
Sozial im Handeln
Stadtentwicklung und öffentliche Räume
Ingolstadt wächst – und das ist gut so. Doch Wachstum allein schafft noch keine Lebensqualität. Wir wollen eine Stadt, die sozial ausgewogen, ökologisch verantwortungsbewusst und lebenswert bleibt. Öffentliche Räume sollen Aufenthaltsorte werden – mit Sitzgelegenheiten, Wasserläufen, Kunst und sicheren Wegen für alle Generationen. Besonderer Fokus: die Donau als Herz der Stadt. „Die Donau in die Stadt holen“ heißt, sie zugänglich, erlebbar und sauber zu machen – ein Ort zum Spazieren, Verweilen und Erholen.
- Leerstände und alte Gewerbeflächen neu beleben – für Kultur, Start-ups, Wohnen und Nahversorgung.
- Nachhaltige Quartiere entwickeln, die Grün-, Wasser- und Begegnungsflächen sowie kurze Wege verbinden.
- Stadtteiltreffs und Mitmachprojekte fördern, um Nachbarschaft und Beteiligung zu stärken.
- Die Donau stärker ins Stadtleben einbinden und Uferbereiche beleben.
- Historische Orte und Altstadtarchitektur sichtbar machen, um Geschichte im Stadtbild erlebbar zu halten.
- Zweiten Grünring ausbauen – mit Flächen für Landwirtschaft, Blühstreifen, Streuobstwiesen, Biotopen und Freizeitangeboten; teils erschlossen mit Rad- und Wanderwegen.
- Begrünte Dächer und Fassaden fördern, für ein besseres Stadtklima und mehr Lebensqualität in dicht bebauten Quartieren.
- Verbindliche Gestaltungssatzungen und nachhaltige Baumaterialien einsetzen, um Qualität, Ästhetik und Umweltverträglichkeit sicherzustellen.
- Tempo 30 dort ausweiten, wo Menschen leben, um Lärm zu verringern, Sicherheit zu erhöhen und das Stadtklima zu verbessern – für eine bessere Lebensqualität in allen Stadtteilen.
- Schulstraßen, die zu Schulbeginn und -ende für den Autoverkehr gesperrt werden, damit Kinder sicher und selbstständig unterwegs sein können.
- Artenschutz in der Bauplanung verankern – durch „Animal Aided Design1“ und ökologische Gestaltung von Gebäuden und Freiflächen.
Bezahlbares Wohnen
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und die Basis sozialer Teilhabe. In Ingolstadt muss es für alle möglich sein, bezahlbar zu wohnen – seien es Familien, Studierende, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit geringem Einkommen. Wohnen darf kein Spekulationsobjekt sein, sondern muss Teil des Gemeinwohls sein. Bezahlbares und faires Wohnen bedeutet für uns:
- Leerstände aktivieren und ungenutzte Gewerbeflächen zu Wohnraum entwickeln.
- Genossenschaftliches und gemeinschaftliches Bauen fördern – auf städtischen Grundstücken und mit fairen Erbpachtmodellen.
- Wohnungstauschbörsen schaffen, um Familien und älteren Menschen flexible Wohnoptionen zu bieten.
- Soziale Durchmischung in allen Quartieren sichern – Vielfalt statt sozialer Spaltung.
- Stadt der kurzen Wege: Quartiere mit Nahversorgung, Kitas, Schulen und Freizeitangeboten.
- Einführung einer Leerstandsabgabe prüfen, um ungenutzten Wohnraum zu aktivieren und Spekulation zu verhindern.
Barrierefreiheit und Inklusion sichern
Eine inklusive Stadt ist eine gerechte Stadt. Wir wollen, dass alle Menschen selbstbestimmt leben und teilhaben können – unabhängig von körperlichen, geistigen oder sozialen Voraussetzungen. Barrierefreiheit ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für Gleichberechtigung. Inklusion muss in allen Lebensbereichen selbstverständlich sein.
- Barrierefreiheit als Querschnittsaufgabe in allen städtischen Projekten und Bauvorhaben sowie in Gebäuden, im Verkehr, in der Verwaltung und im öffentlichen Raum konsequent verankern und umsetzen.
- Digitale Barrierefreiheit in städtischen Angeboten für alle Bevölkerungsgruppen sicherstellen.
- Barrierefreie Kommunikation mit der städtischen Verwaltung verbessern (z.B. durch verständliche Formulare in Leichter Sprache sowie der Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache (DGS)) sowie konsequent barrierefreie Informationen im Katastrophen- und Notfallmanagement.
- Inklusive Wohnformen und nachbarschaftliche Strukturen fördern.
- Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungsangebote für Mitarbeitende der Stadtverwaltung zum Umgang mit Menschen mit Behinderungen durchführen und diese Angebote auch für die breite Öffentlichkeit weiter ausbauen.
- Enge Kooperation mit Behindertenverbänden und Selbstvertretungsorganisationen bei Planung und Projekten sicherstellen.
- Inklusive Konzepte für Kitas und Schulen entwickeln und umsetzen, die individuelle Förderung, Struktur und Entlastung für Pädagogisches Personal gewährleisten.
- Kinder mit Neurodivergenten Entwicklungsprofilen (Autismus-Spektrum-Störung, AD(H)S oder sensorische und sozial emotionale Besonderheiten) als Teil der Vielfalt menschlicher Entwicklung anerkennen und ihre Bedarfe konsequent in allen Bildungs- und Betreuungsstrukturen mitdenken.
- Schulamt, Jugendhilfe, Schulen und Schulsozialarbeit eng vernetzen, um Förderbedarf frühzeitig zu erkennen und passgenaue Unterstützung zu koordinieren.
- Öffentliche Sensibilisierung und Entstigmatisierung fördern, um Akzeptanz und Verständnis für neurodivergente Lebensrealitäten zu erhöhen.
Engagement und Jugendbeteiligung fördern
Engagement und Mitwirkung sind das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft. Ob in Vereinen, Nachbarschaften, Rettungsdiensten oder Jugendprojekten – freiwilliges Engagement hält die Stadt zusammen. Wir schaffen Strukturen, die Ehrenamt, Beteiligung und Mitbestimmung stärken. Denn wer Verantwortung übernehmen will, soll auch die Möglichkeit dazu haben.
- Förderlotsen in der Stadtverwaltung einsetzen, die Vereinen und Initiativen helfen, unkompliziert an Fördermittel, Räume und Unterstützung zu kommen.
- Aufrechterhaltung der Fördergelder für die Jugendverbände.
- Ehrenamtskarte Plus ausbauen – mit mehr Vorteilen und sichtbarer Wertschätzung – weil Engagement Zeit kostet und Anerkennung verdient.
- Quartiersbüros stärken, um Nachbarschaftshilfe und lokale Vernetzung dauerhaft zu fördern.
- Digitale Plattform zur Vermittlung und Sichtbarmachung von Engagement unterstützen.
- Jugendparlament und Jugendforen fest verankern, um junge Menschen kontinuierlich in politische Entscheidungen einzubeziehen. Etablierung von Jugendabauftagten in allen Bezirksausschüssen.
- Jugendbeauftratge in den Bezirksausschüssen zur Interessensvertretung der Kinder und Jugendlichen in den Stadtvierteln.
- Räume zum Ausprobieren schaffen – Proberäume, Werkstätten und Freiflächen, in denen junge Menschen gestalten, kreativ sein und sich frei entfalten können – ohne Konsumzwang und ohne Vorgaben.
- Demokratische Strukturen in Schulen unterstützen, in denen junge Menschen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen mitgestalten und ihren Lernalltag aktiv prägen – für mehr Vertrauen, Eigeninitiative und gemeinsames Handeln.
Kinder und Familien stärken
Kinder und Familien sind das Herz unserer Stadt. Wir wollen gerechte Bildungschancen, familienfreundliche Strukturen und Räume zum Aufwachsen und Mitgestalten schaffen. Familien sollen sich auf Unterstützung verlassen können – in Bildung, Betreuung und Alltag. Eine kinderfreundliche Stadt ist eine lebenswerte Stadt. Bildung ist der Schlüssel zu Teilhabe und Fortschritt. Jedes Kind in Ingolstadt soll die besten Chancen erhalten – mit gut ausgestatteten Schulen, moderner Lernumgebung, digitaler Infrastruktur und ausreichend Fachpersonal. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Deshalb setzen wir auf Chancengerechtigkeit, starke Jugendsozialarbeit und enge Zusammenarbeit von Schulen, Familien und Jugendhilfe.
- Ausreichend Plätze in Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT2) mit guter personeller Ausstattung sicherstellen.
- Übermäßiger Mediennutzung und Risiken digitaler Abhängigkeit vorbeugen durch umfassende Aufklärung, Beratung und therapeutische Unterstützungsangebote.
- Gefährdungen der körperlichen, psychischen, kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung durch digitale Abhängigkeit entgegenwirken, indem Beratungsstellen, Lehrkräfte und Jugendhilfe personell und fachlich gestärkt werden.
- Pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten gezielt qualifizieren, damit die Risiken der Mediennutzung im Vorschulalter bekannt sind und präventiv gehandelt werden kann.
- Frühförderung, Sprachbildung sowie Mehrsprachigkeit und interkulturelle Bildung gezielt ausbauen.
- Einkommensabhängige Kita-Gebühren fair und sozial gerecht gestalten, mit Hilfe eines einheitlichen Gebührenmodells für alle Kindertagesstätten in Ingolstadt (unabhängig von kommunaler oder freier Trägerschaft).
- Jugendsozialarbeit an allen Schulen, gegen Ausgrenzung und zur Verhinderung von Bildungsabbrüchen.
- Familienzentren, Elternberatung und Stadtteiltreffs als Bildungs-, Kultur- und Begegnungsorte in allen Stadtteilen fördern.
- Schulen sauber halten, modern ausstatten und an jeder Schule eine IT-Beauftragte bzw. einen ITBeauftragten einsetzen.
- Investitionen in Schulsanierung und den Schulbau weiter vorantreiben.
- Ausreichend Kapazität in der nachschulischen Betreuung (Mittagsbetreuung), auch für Kinder von nicht berufstätigen Eltern, um den Einstieg und Wiedereinstieg in den Beruf verlässlich zu unterstützen.
- Grundkompetenzen wie Schwimmen und Radfahren gezielt fördern.
- Beratungsangebote zu Schüler- und Aufstiegs-BAföG ausbauen.
- Kostenfreie und niedrigschwellige Bildungsorte wie Volkshochschule, Bibliothek und Bürgerhäuser ausbauen und stärken.
- Kostenfreie, inklusive Freizeit- und Mobilitätsangebote für Kinder und Jugendliche schaffen, um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
- Mehr Bio-Lebensmittel in Schulen, Kitas, Kantinen und im Klinikum einsetzen, um gesunde Ernährung und regionale Wertschöpfung zu fördern.
Gesund und verbunden alt werden
Gesundheit bedeutet Lebensqualität und Teilhabe – von der Geburt bis ins Alter. Wir wollen eine Stadt, die sich kümmert und allen Generationen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Pflege, Prävention und Begegnung gehören zusammen. So entsteht eine Stadt, die solidarisch, lebenswert und zukunftsfähig ist.
- Klinikum Ingolstadt als übergeordnetes Haus in einem Klinikverbund in der Region 10 weiterentwickeln.
- Stärkung der Primärversorgung durch gezielte Anwerbung von Hausärzt:innen und damit Entlastung der Notaufnahme.
- Gesundheitszentren (z. B. im Süden oder Nordosten der Stadt) zur wohnortnahen Versorgung aufbauen.
- Qualität vor Quantität: hochwertige, wohnortnahe medizinische Angebote sichern, statt reiner Maximalversorgung.
- Psychische Gesundheit als dauerhaftes Querschnittsthema mitdenken und sich an der Weiterentwicklung entsprechender Strukturen beteiligen.
- Beratungsangebote, Ambulante Pflege, Tages- und Kurzzeitpflege ausbauen, um Angehörige zu entlasten und Versorgung vor Ort zu sichern.
- Alternative Wohnformen im Alter fördern, damit Menschen selbstbestimmt und in Gemeinschaft leben können.
- Gesundheitsprävention stärken – in Schulen, Betrieben und Stadtteilen.
- Mehrgenerationenhäuser und Nachbarschaftstreffs fördern, um Einsamkeit vorzubeugen und Begegnung zu ermöglichen.
- Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an Pflegeschulen einsetzen, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
Sicherheit mit Vertrauen
Sicherheit ist ein Lebensgefühl – und entsteht, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Wir setzen auf eine Sicherheitskultur, die Prävention, Präsenz und Vertrauen vereint. Eine sichere Stadt ist eine Stadt, in der sich alle frei bewegen können. Unser Ziel ist: Schutz ohne Angst, Respekt statt Kontrolle.
- SafeNow-Zonen3 bei Großveranstaltungen schaffen, um sichere Anlaufstellen und digitale Hilfeangebote zu bieten.
- Gewaltprävention in Schulen und Stadtteilen stärken, durch Aufklärung, Mediation und frühzeitige Unterstützung.
- Bessere Beleuchtung an kritischen Orten umsetzen, um Sicherheit im öffentlichen Raum spürbar zu erhöhen.
- Kooperation zwischen Polizei, Stadt, Bürgerinnen und Bürgern ausbauen, für sichtbare Präsenz und gemeinsames Handeln.
- Jugendschutzkonzepte gemeinsam mit Schulen und Vereinen fördern, um Aufklärung, Prävention und Verantwortung zu verbinden.
- Nacht-Taxi-Angebot für Frauen einführen, um sichere Heimwege – besonders an Wochenenden – zu gewährleisten.
- Planungsansatz in der Stadt- und Landschaftsgestaltung, der gezielt die Bedürfnisse bestimmter Tierarten berücksichtigt und Lebensräume so gestaltet, dass diese Tiere im urbanen Raum gefördert und geschützt werden. ↩︎
- Einrichtung zur ganztägigen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungs- oder Teilhabebeeinträchtigungen, die ergänzend zur Schule soziale, pädagogische und therapeutische Unterstützung bietet. ↩︎
- App-basiertes Sicherheitssystem, mit dem Personen in akuten oder unsicheren Situationen per Smartphone schnell Hilfe anfordern können – entweder von eigenen Vertrauenskontakten, geschulten Helfenden in der Nähe oder offiziellen Sicherheitsdiensten. ↩︎