Müllvermeidung (nicht nur) in Corona-Zeiten

Grüne Fraktion gibt Anstoß zum Nachdenken über Strategien zur Müllvermeidung

Müllvermeidung ist schon länger ein Thema, natürlich nicht nur in Ingolstadt. Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat in den letzten Monaten jedoch zu einem vermehrten Müllaufkommen geführt. Besonders in der ersten Zeit der Krise wurde zur Vermeidung von Ansteckungen gerne zu Einwegverpackungen gegriffen. Auch die Zahl der Einkäufe im Internet, wodurch zusätzlicher Verpackungsmüll anfällt, ist durch das Virus deutlich in die Höhe geschnellt.

Aber wie kann man Müll reduzieren? Welche Wege kann man gehen? Müllvermeidung fängt schon vor dem Einkauf an – das gilt für Beschaffungen der öffentlichen Hand ebenso wie für jede einzelne Privatperson bei ihren Einkäufen und Anschaffungen für den privaten Haushalt.

Die Grüne Fraktion beantragt nun für die Julisitzung des Stadtrats einen Bericht über das derzeitige Müllaufkommen in Ingolstadt. Ferner soll in der Verwaltung darüber nachgedacht werden, was für Gegenmaßnahmen möglich und sinnvoll sind und wie sie als umfassende Strategien umgesetzt werden können.

Hier der Antrag im Wortlaut: 

Ingolstadt, 7. Juli 2020

Müllvermeidung in Corona-Zeiten – ZeroWasteCity Ingolstadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

das Thema Müllvermeidung steht vor dem Hintergrund der Ressourcenschonung, des Klimawandels und der weitreichenden Folgen auf die Umwelt seit Jahren auf der politischen Agenda. Nahezu jede Kommune geht dieses Thema mittlerweile offensiv und proaktiv an. Hierzu wurden auch im Stadtrat Ingolstadt immer wieder Anträge eingebracht, Initiativen in der Verwaltung und der INKB ergriffen.

Durch die Corona-Pandemie hat sich jedoch die Situation nochmals verschärft und macht die Dringlichkeit eines Handels deutlich. „Einweg“ gilt derzeit in vielen Bereichen pauschal als Lösung vor Ansteckung. Deshalb ist die Mentalität des Wegwerfens weiterhin und nun verstärkt auf dem Vormarsch. Deutlich sichtbar wird dies auch in der Vermüllung unserer Parks, von Bushaltestellen und des öffentlichen Raumes insgesamt. Trotz Grillverbot und Kontaktbeschränkungen hat sich hier die Situation wohl nicht nur gefühlt weiter zugespitzt.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgenden stellen folgenden

Antrag:

  1. Die Verwaltung, die INKB, die MVA berichten über den aktuellen Stand des Müllaufkommens insgesamt und geben konkrete Zahlen darüber, wie viel Müll bei der Reinigung öffentlicher Flächen anfällt.
  2. Die Verwaltung prüft referatsübergreifend konkrete Gegenmaßnahmen zur aktuellen Situation, wie etwa die Aufstellung temporärer Müllbehälter oder die Erhöhung der Leerungs-/Reinigungsintervalle an „Müll-Hotspots“.
  3. Die Verwaltung entwickelt gemeinsam mit allen Referaten, Eigenbetrieben und städtischen Gesellschaften eine umfassende Strategie zur Müllvermeidung nach den Zielen der europäischen Netzwerke „ZeroWasteEurope“ und „ZeroWasteCities“. Sie definiert konkrete Zwischenschritte und ist selbst Vorbild. Dabei ist Folgendes als Teil der Gesamtstrategie zu sehen:
    a) Nachhaltige öffentliche Beschaffung
    b) Müllvermeidung in städtischen Einrichtungen
    c) Müllvermeidung – was jeder Einzelne tun kann
    d) Müllvermeidung im Handel
    e) Bildungsarbeit
    Die Gesamtstrategie wird dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt.
  4. Die Stadt Ingolstadt prüft zudem eine Mitgliedschaft/Mitarbeit bei „ZeroWasteEurope“/“ZeroWasteCities“.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Höbusch (Fraktionsvorsitzender), Barbara Leininger (Fraktionsvorsitzende), Agnes Krumwiede, Stephanie Kürten, Maria Segerer, Jochen Semle, Dr. Christoph Spaeth

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