HY10 Clustertreffen in Pfaffenhofen

Strom aus Erneuerbaren ist heute schon an vielen Tagen – vor allem im Sommer – im Überfluss vorhanden. Das führt dazu, dass Anlagen abgeschaltet werden müssen. Deshalb ist es wichtig parallel auch regionale Speichermöglichkeiten zu schaffen. Ich war am 27. März beim dritten HY10 Clustertreffen in Pfaffenhofen, um mehr darüber zu erfahren.

Die Pfaffenhofener sind uns Ingolstädtern in Sachen Stromerzeugung einen ganzen Schritt voraus, das müssen wir neidlos anerkennen. In diesem Jahr will die Stadt erstmalig ihren Strom zu 100% aus Erneuerbaren gewinnen.

Doch was tun bei einer sogenannten Dunkelflaute, also dann wenn weder Wind noch Sonne ausreichend vorhanden ist? Dafür müssen wir die Energie, die an anderen Tagen nicht genutzt werden kann, speichern. Eine Möglichkeit dafür bietet die Power-to-Gas-Technologie. Daran wird in Pfaffenhofen im Rahmen des Projekts ORBIT II geforscht.

Vereinfacht gesagt, wird mit Hilfe von Archaeen (einzellige Lebewesen, ähnlich Bakterien) aus Wasserstoff und Kohlendioxid Methan hergestellt. Der Wasserstoff wird mit einem Elektrolyseur gewonnen, das Kohlendioxid kommt in diesem Fall aus der Kläranlage, auf deren Gelände der Forschungsreaktor steht. Im Rahmen des dritten Clustertreffens durften wir die Anlage besichtigen und haben interessante Einblicke und viele neue Informationen erhalten.

Im Anschluss an die Führung ging es ins Rathaus für einige Impulsvorträge zum Thema Energiewende. Danach war noch Möglichkeit sich in Einzelworkshops über die Bereiche Erzeugung, Speicherung, Industrielle Nutzung sowie Wasserstoff und Mobilität auszutauschen.

Mein Fazit: Wasserstoff ist ein wertvoller, unersetzlicher Rohstoff für die Zukunft, aber er bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Er ist enorm flüchtig, diffundiert durch viele Werkstoffe. Für Lagerung und Transport wird er unter hohem Energieaufwand stark heruntergekühlt, um flüssig zu werden, was den Gesamtwirkungsgrad deutlich senkt. Die Power-to-Gas-Technologie stellt eine Möglichkeit, diese Probleme zu umgehen. Für alle Nutzungsarten wird sie jedoch auch keine Lösung bieten. Am Ende wird je nach Verwendungszweck unterschiedliche Ansätze geben, die sich gegenseitig ergänzen.

Nachwort: Ich bin keine Expertin auf diesem Gebiet und habe das Treffen in erster Linie besucht, um zu lernen. Sollte ich an einer Stelle etwas nicht korrekt wiedergegeben haben, freue ich mich über eine Richtigstellung. Es ist wichtig, dass sich auch die Politik intensiv mit der Thematik auseinandersetzt. Denn wie immer gibt es keine universelle Antwort, sondern handelt es sich um komplexe Zusammenhänge, die eine genaue Betrachtung der jeweiligen Anwendungsfälle notwendig machen.

Christiane Musman

Weitere Informationen:

https://orbit-projekt.de/
https://nachhaltigkeitsagenda-ingolstadt.de/wasserstoffcluster-der-region-10/