Wir haben eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung in Deutschland. Diese zu erhalten und auszubauen muss unser Anspruch sein. Die Grundsäule der Versorgung sind die hausärztlichen Praxen, als Gesundheitslotsen und vertrauensvolle Ansprechpartner:innen für unsere Bürger:innen. In den nächsten Jahren werden gut ein Drittel davon in den Ruhestand gehen. Deswegen müssen wir aktiv Hausärzt:innen für Ingolstadt gewinnen mit z.B. vergünstigten Praxisräumen oder Vorteilen bei der Kinderbetreuung. Das zweite Standbein ist unser Klinikum. Die Generalsanierung des 45 Jahre alten Baus ist überfällig und muss bedarfsgerecht und zukunftsfähig erfolgen. Auch wenn eine nachhaltige Bauweise höhere Kosten verursacht, so wiegt der Spareffekt bei den Energiekosten diese schnell wieder auf und entlastet damit nachfolgende Generationen. Dazu haben die GRÜNEN bereits einige Anträge gestellt und werden dies auch weiterhin einfordern.
Um die Patientenversorgung zu bündeln und dauerhaft eine qualitativ hochwertige und finanzierbare Medizin anzubieten, benötigen wir die intensive Zusammenarbeit und ggf. Fusion der Kliniken in der Region 10. Das Regionalgutachten vor zwei Jahren war nur der Anfang. Aktuell werden Details und konkrete Möglichkeiten erarbeitet und bereits im 2. Halbjahr 2026 werden wir die nächsten Schritte gehen können und müssen.
Wir GRÜNE halten an diesem Vorgehen fest und sehen uns als verlässlicher Partner beim Strukturwandel im Gesundheitswesen.
Auch die Notfallversorgung bedarf einer Anpassung an die veränderte Klinikstruktur in der Region 10. Durch den Wegfall der Klinik Maul und Klinik Kösching fallen Versorgungsstrukturen weg, die sich aber auffangen lassen.
Durch Umstrukturierung der Notaufnahme und engere Kooperation mit den niedergelassenen Hausärzt:innen lässt sich die Notfallversorgung besser organisieren als durch einen überhasteten und nicht finanzierten Interimsneubau der Notaufnahme.
Ein zentraler Punkt ist die Aufklärung und Steuerung der Bürger:innen in das korrekte Notfallsystem entweder ambulant (Notfallpraxis) oder stationär (Klinikum). So erhält jeder schnell, richtig und sorgenfrei die passende Versorgung im Notfall.
Dies alles geht nur in Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Kliniken und Praxen in der gesamten Region. Ein „Ingolstadt-first“ darf es nicht geben, denn das Klinikum hat als Schwerpunktversorger auch eine Verantwortung für die Region. Wir wollen ein starkes und leistungsfähiges Klinikum, das für alle rund um die Uhr da ist.
Zum Autor:
Dr. med. Christoph Spaeth ist Hausarzt, Palliativ- und Notfallmediziner sowie Medizinökonom (M.Sc.). Als Stadtrat setzt er sich unter anderem für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen ein und ist Mitglied im Aufsichtsrat des Ingolstädter Klinikums.