Schnelle und sichere Mobilität für alle

Wer morgens in Ingolstadt unterwegs ist, kennt das Szenario: Stoßstange an Stoßstange auf den Straßen Richtung Audi, volle Parkplätze und gleichzeitig Trubel rund um die Schulen. Überfüllte Busse und die tägliche Suche nach der schnellsten Lücke kosten Zeit, Nerven und am Ende Lebensqualität. Doch der Verkehr der Zukunft muss kein Stressfaktor sein. Ein kluger Mix aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr kann unsere Stadt spürbar entlasten und den Schulweg für Kinder sicherer machen – und zwar so, dass alle mobil bleiben.

Der sichere Weg: Vorrang für die Kleinsten

Sicherheit beginnt vor der eigenen Haustür. Ingolstadt braucht ein Netz aus Rad- und Fußwegen, das so sicher ist, dass Eltern ihre Kinder mit gutem Gefühl allein losziehen lassen können. Das Ziel ist klar: „Vision Zero“ – keine Schwerverletzten oder Toten im Straßenverkehr.

Konkret bedeutet das: bessere Querungshilfen, breite Radwege und eine Beleuchtung, die auch im Winter Sicherheit gibt. Tempo 30 in Wohngebieten sowie vor Kitas und Schulen sorgt für die nötige Reaktionszeit. Wenn der Schulweg sicher gestaltet ist, nimmt das auch den Druck von den Straßen: Weniger „Elterntaxis“, die vor den Schulen Gehwege und Kreuzungen blockieren, bedeuten mehr Übersicht und Sicherheit für alle. Wer sich sicher fühlt, nutzt das Rad oder die eigenen Füße ganz automatisch öfter.

Kontinuität statt Stillstand

In den letzten Jahren hat sich in Ingolstadt bereits einiges bewegt. Mit der aufgewerteten Stelle der Fahrradbeauftragten und der Einführung des Fahrradbeirats wurden wichtige Strukturen geschaffen, um den Radverkehr professionell zu planen. Die ersten Fahrradvorrangrouten zeigen bereits, wie komfortabel modernes Radeln in der Stadt sein kann.

Trotz der aktuellen Haushaltskrise darf dieser Prozess nicht zum Erliegen kommen. Verzögerungen bei geplanten Maßnahmen kosten uns langfristig mehr: an Zeit im Stau und an Lebensqualität. Der Ausbau der Radinfrastruktur sollte trotz knapper Kassen Priorität behalten. Denn Mobilität ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.

Stadt und Umland: Vernetzt denken

Ingolstadt ist das Herz einer ganzen Region, und das spüren wir an den täglichen Pendlerströmen. Mobilität endet nicht an der Stadtgrenze. Attraktive Park&Ride-Angebote und ein dichterer Takt bei den Busverbindungen ins Umland sind der Schlüssel, um den Umstieg leicht zu machen. Wer das Auto am Stadtrand stehen lassen kann, spart bares Geld und vermeidet den Stress der Parkplatzsuche.

Der Einsatz von modernen E-Bussen bringt ein weiteres Plus: Sie sind leise und emissionsfrei. Das schont nicht nur die Nerven der Fahrgäste, sondern sorgt auch für mehr Ruhe und bessere Luft in den Wohngebieten entlang der Buslinien. So wird der Weg zur Arbeit oder in die Stadt für alle entspannter.

„Wenn ich weiß, dass mein Kind sicher zur Schule kommt, spare ich mir die Fahrt mit dem Auto und wir starten beide stressfreier in den Tag.“ – Sandra, 38, Mutter aus dem Ingolstädter Nordwesten

Zu den Autoren:

Dr. Christoph Spaeth engagiert sich als Vorstandsmitglied des ADFC Ingolstadt für eine moderne Radinfrastruktur. Als Stadtrat bringt er diese Expertise direkt in den Fahrradbeirat ein, um Ingolstadt für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer und komfortabler zu gestalten.

Nathalie Argus verbindet berufliches Fachwissen mit Leidenschaft für Mobilität: Die Expertin für automatisiertes Fahren arbeitet als Nachhaltigkeitsmanagerin bei Audi. Privat setzt sie sich als Mitglied im ADFC für einen zukunftsfähigen Mobilitätsmix in ihrer Heimatstadt ein.