Ingolstadt kann Autos und mehr!

Ingolstadt steht für Ingenieurskunst und wirtschaftliche Stärke. Jahrzehntelang sicherte die Automobilindustrie unseren Wohlstand, doch Klimakrise und Digitalisierung fordern heute ein Umdenken. Wer Zukunft sichern will, darf nicht nur verwalten, sondern muss gestalten. Ingolstadt hat die Chance, sich von der reinen Industriestadt zur Innovationsstadt mit vielfältigen Zukunftsbranchen zu entwickeln.
Gerade in unsicheren Zeiten braucht unsere Stadt wirtschaftliche Resilienz durch neue Ideen jenseits einzelner Branchen. Felder wie GreenTech, Energiewirtschaft, Medizintechnik und KI bieten enorme Chancen für Wertschöpfung und gute Arbeit. Ingolstadt punktet dabei mit Fachkräften, starker Infrastruktur und kurzen Wegen. Eine zentrale Rolle spielen die THI, die KU sowie die Technikerschule Ingolstadt: Sie bringen Forschung und Talente in die Stadt und bilden die Fachkräfte für den Wandel aus.
Kreislaufwirtschaft: Innovation, die bleibt
Ein Schlüssel für zukunftsfähiges Wirtschaften ist die Kreislaufwirtschaft. Sie verbindet ökologische Verantwortung mit ökonomischer Vernunft: Produkte werden langlebig und reparierbar gestaltet, Materialien bleiben im Kreislauf. Das senkt CO₂-Emissionen und schafft neue Geschäftsfelder, von der Batterietechnik bis zu nachhaltigen Energielösungen. Für Ingolstadt bedeutet das weniger Rohstoffabhängigkeit und mehr regionale Wertschöpfung.
Mit dem Know-how aus Industrie und Handwerk kann Ingolstadt Vorreiter werden. Wir wollen Reallabore und einen Circular Innovation Hub, in dem Unternehmen und Start-ups an Second-Life-Lösungen und Repair-Konzepten arbeiten. Digitale Technologien und KI helfen dabei, Materialströme effizient zu steuern und Innovationen schneller aus dem Labor in die Praxis zu bringen.
Stadt als Ermöglicherin
Damit das gelingt, muss die Politik Hürden abbauen. Schnelle Genehmigungen, digitale Verfahren und ein „One-Stop-Shop“ erleichtern Gründungen in den Bereichen GreenTech, Energie und Gesundheit. Zudem soll die öffentliche Beschaffung durch klare CO₂-Kriterien gezielt lokale Innovationen fördern. So wird die Stadt selbst zum Treiber des Wandels.
Auch Fläche ist eine Ressource. Wir setzen konsequent auf „Brownfield-first“: Brachliegende Industrieareale sollen zu modernen Innovationsquartieren mit Laboren, Werkstätten und digitalen Hubs werden, statt neue Gewerbegebiete auf der grünen Wiese zu bauen: ökologisch sinnvoll und bestens an ÖPNV und Radwege angebunden.
Neue Ideen für gute Arbeit
Der Aufbruch zu neuen Branchen ist kein Verzicht, sondern eine Jobgarantie. Indem wir Ingolstadt öffnen, schaffen wir krisenfeste Arbeitsplätze und stärken Handwerk sowie Mittelstand. Wir wollen eine Wirtschaft, die Mut belohnt und zeigt, dass ökologische Verantwortung, soziale Sicherheit und wirtschaftliche Stärke Hand in Hand gehen. So bleibt Ingolstadt auch für die nächste Generation lebenswert.

Zur Autorin:

Nathalie Argus ist Wirtschaftsingenieurin und Nachhaltigkeitsmanagerin bei Audi mit Expertise in automatisiertem Fahren und Kreislaufwirtschaft. Als Dozentin an der THI verbindet sie Theorie und Praxis. Politisch engagiert sie sich für ein innovatives Ingolstadt mit zukunftsfähiger, nachhaltiger Wertschöpfung.