
Kulturell offen
Zukunftsfähige Quartiere für Mensch und Gesellschaft
Bauen soll Zukunft ermöglichen – nicht belasten. Wir wollen eine Stadtentwicklung, die ökologisch verantwortungsvoll, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig ist. Zukunftsfähige Quartiere verbinden Ökologie, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie schaffen Räume, in denen Menschen gut wohnen, arbeiten und sich begegnen können – mit grüner Infrastruktur, nachhaltiger Bauweise und Platz für gemeinschaftliches Leben. So entsteht eine Stadt, die mit ihren Menschen wächst, nicht auf Kosten der Natur.
- Nachhaltiges und klimaneutrales Bauen zum städtischen Standard machen.
- Bebauung in Grünringen, Parks und Landschaftsschutzgebieten ausschließen, um wertvolle Freiräume zu bewahren.
- Naturnahe Schulhöfe, Kitas und Gemeinschaftsflächen gestalten, als Lern- und Begegnungsorte mitten im Quartier.
- Flächen für Urban Gardening, Gemeinschaftsgärten, Mietäcker und Krautgärten bereitstellen, um Nachbarschaft, Bildung und Selbstversorgung zu fördern.
- Biodiversitätsberatung etablieren – für Hausgärten, Gewerbeflächen und die Landwirtschaft.
- Ökologische Vorbildprojekte auszeichnen, die nachhaltige Bauweisen sichtbar machen.
- Schottergärten eindämmen durch eine klare Begrünungssatzung im Einklang mit der Biodiversitätsstrategie.
Kultur und Begegnungsräume schaffen
Kultur ist der Herzschlag einer lebendigen Stadt. Sie bringt Menschen zusammen, fördert Kreativität und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir wollen, dass Kultur in Ingolstadt für alle zugänglich bleibt – unabhängig von Herkunft, Alter oder Einkommen. Freiräume für Kunst, Musik und Subkultur sind ebenso wichtig wie Orte des Austauschs und der Begegnung. Wir fördern eine vielfältige, inklusive und offene Kulturszene, die das Leben in allen Stadtteilen bereichert.
- Museum für Konkrete Kunst und Design (MKKD) mit Leben füllen und Mitmachprojekte ausbauen.
- Kulturarbeit für Erwachsene mit dem Ingolstadt-Pass fördern.
- Halle 9 erweitern.
- Spielstätten für Film, Theater und Jugendkultur erhalten.
- Kulturhaus für Sinti realisieren und kulturelle Vielfalt sichtbar machen.
- Mehr Vernetzung zwischen Kulturschaffenden und der Verwaltung.
- Gründung von Genossenschaften zur gemeinschaftlichen Nutzung von Kulturorten und Leerständen unterstützen – für selbstorganisierte und nachhaltige Subkulturarbeit.
Erinnerungskultur und Antidiskriminierung
Ingolstadt steht für Vielfalt und gegenseitigen Respekt. Eine lebendige Erinnerungskultur hält die Geschichte wach und wirkt Diskriminierung entgegen. Wir wollen das Bewusstsein für Demokratie und Menschenrechte stärken – in Bildung, Kultur und Stadtgesellschaft. Antirassismusarbeit, Gedenkorte und interkulturelle Projekte sind zentrale Bausteine einer offenen Stadt. Unser Ziel ist ein Ingolstadt, das aus seiner Geschichte Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zieht.
- Antisemitismus-Prävention durch Aufklärungs- und Bildungsarbeit.
- Erinnerungskultur als städtischen Auftrag fest verankern.
- Kulturelle Aktionstage und thematische Projekttage fördern.
- Feste Ansprechstellen sowie jährliche Gedenkveranstaltungen (z. B. am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus) zur Stärkung einer lebendigen Erinnerungskultur etablieren.
- Förderung queerer Bildungsarbeit an Schulen in Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Non-Profit-Organisationen, um Akzeptanz, Vielfalt und Antidiskriminierung zu stärken.
- Einführung klarer Checklisten und standardisierter Abläufe für Personen nach Namens- und Personenstandsänderungen in der Verwaltung, Bildung und Arbeit.
- Öffnung und Förderung von Frauenhäusern für trans, nicht-binäre und FINTA*-Personen1, einschließlich Schulungen des Personals.
- Bereitstellung von Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden ergänzend zu bestehenden Angeboten, um Barrieren abzubauen.
- Schaffung von Schutz- und Ruheräumen bei Veranstaltungen, insbesondere auch für neurodivergente Menschen.
Tourismus und Stadtidentität
Ingolstadt verbindet Geschichte, Kultur und Lebensqualität. Wir wollen diese Stärken nutzen, um ein nachhaltiges, zukunftsorientiertes Stadtbild zu fördern. Tourismus und lokale Kultur sollen sich gegenseitig stärken – Kultur macht die Stadt erlebbar, der Tourismus trägt zu ihrer Sichtbarkeit und Vitalität bei. Unser Anspruch ist klar: Authentizität statt Kulisse, Nachhaltigkeit statt Schnelllebigkeit. Ingolstadt soll als Stadt der Vielfalt, Kreativität und Offenheit erkennbar sein – lebendig, echt und für alle, die hier leben oder zu Besuch sind.
- Tourismusabgabe erproben, um lokale Kulturprojekte und die Stadtidentität gezielt zu fördern.
- Regionale Feste und Kulturangebote stärken, die Identität schaffen und Gemeinschaft fördern.
- Nachhaltige Stadtentwicklung und Kulturförderung verbinden, damit Baukultur, Ökologie und Lebensqualität zusammentreffen.
- Stadtmarketing an Vielfalt und gelebter Kultur ausrichten, um Ingolstadt als offene und kreative Stadt zu präsentieren.
Soziale Gerechtigkeit stärken
Soziale Sicherheit ist die Grundlage für ein gutes und würdiges Leben. Wir wollen, dass alle Menschen in Ingolstadt ein Zuhause, Chancen und Unterstützung finden – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter oder Einkommen. Soziale Gerechtigkeit bedeutet für uns Teilhabe – nicht nur Absicherung. Eine gerechte Stadt ist stark, weil sie Zusammenhalt fördert und niemanden zurücklässt.
- „Housing First“ umsetzen – erst eine Wohnung, dann Hilfe: So geben wir Menschen ohne Zuhause eine echte Chance auf Stabilität und Perspektive.
- Bezahlbaren Wohnraum sichern und soziale sowie gemeinschaftliche Wohnprojekte fördern, um vielfältiges und solidarisches Wohnen zu ermöglichen.
- Teilhabe-Fonds für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien einrichten – für faire Chancen und gesellschaftliche Teilhabe.
- Sozialkaufhäuser und Tafeln unterstützen, damit alle Menschen Zugang zu wichtigen Gütern und Lebensmitteln haben.
- Barrierefreiheit als Teil der sozialen Daseinsvorsorge verankern, damit niemand ausgeschlossen wird.
- Teilhabe und Vielfalt leben – wir fördern das Miteinander und den Zusammenhalt aller, die in Ingolstadt zu Hause sind.
Internationale Begegnung
Vielfalt ist Ingolstadts Stärke – und ihre Zukunft. Menschen aus über 140 Nationen prägen das Leben in unserer Stadt, bringen Ideen, Perspektiven und Tatkraft ein. Vielfalt gestalten. Teilhabe sichern. Zukunft gewinnen. Ingolstadt braucht Menschen aus aller Welt – denn Ingolstadt ist in Wirtschaft, Kultur und Sozialleben vielfältig. Diese Vielfalt bereichert uns; deshalb ist Internationalität kein Nebenthema, sondern die Grundlage unseres gemeinsamen Erfolgs und Zusammenlebens.
- Welcome Center2 ausbauen – als zentrale Anlaufstelle für Menschen, die in Ingolstadt arbeiten, forschen und leben möchten.
- Räume für internationale Kulturvereine und Begegnung schaffen, um Austausch und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
- Sprachförderung und Mehrsprachigkeit in Kitas, Schulen und Verwaltung stärken – weil gute Verständigung Teilhabe schafft.
- Interkulturelle Zentren fördern, in denen Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen möglich sind.
- Politische Teilhabe für Menschen mit Migrationsgeschichte stärken – durch aktive Einbindung in Beiräte, Beteiligungsformate und lokale Entscheidungsprozesse.
- Integration und Teilhabe in Stadtpolitik und Gesellschaft aktiv stärken – etwa durch Beteiligungsformate, inklusive Stadtfeste und mehrsprachige Öffentlichkeitsarbeit.
- Ingolstadt als „Sicherer Hafen3“ bekennen und die humanitäre Aufnahme von Schutzsuchenden aktiv unterstützen.
BEITRÄGE
- Akronym für Frauen, inter, nichtbinäre, trans und agender. ↩︎
- Service-und Beratungsstelle, die neu Zugewanderte beim Ankommen unterstützt – etwa durch Informationen zu Wohnen, Arbeit, Behördenwegen und Integration – und als zentraler, niedrigschwelliger Anlaufpunkt dient. ↩︎
- Kommunale Selbstverpflichtung, geflüchtete Menschen zusätzlich aufzunehmen und ihnen besonderen Schutz sowie verlässliche Unterstützungsstrukturen beim Ankommen zu bieten. ↩︎