Ökologisch im Anspruch

Klimaschutz als Chance begreifen

Klimaschutz ist ein Innovationsmotor und Standortvorteil! Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz setzen, suchen Städte, die engagierten Klimaschutz betreiben. Ingolstadt soll Modellstadt einer „grünen Ökonomie“ werden. Klimaneutralität bis 2035 – ohne Wenn und Aber! Das ist ehrgeizig und zukunftsorientiert. Wenn Stadt, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerschaft an einem Strang ziehen, dann beginnt Klimaschutz hier – in unseren Quartieren, in unseren Betrieben, in unserem Alltag. Jeder Beitrag ergibt einen Teil des Fortschritts: modern, effizient, lebenswert. Ingolstadt hat mit Know-how, Fläche, Technologie und Partnern die besten Voraussetzungen, um zur Energie-Modellregion Süddeutschlands zu werden. Wir bringen mit Entschlossenheit folgende Ziele und Maßnahmen voran:

Klimaschutz lokal umsetzen

Klimaschutz beginnt im Alltag – bei Mobilität, Energieverbrauch und Stadtplanung. Wir wollen, dass Ingolstadt konsequent in Richtung Klimaneutralität steuert. Dafür braucht es klare Ziele, verlässliche Strukturen und die Einbindung der Bürgerschaft. Gemeinsam schaffen wir den Übergang zu einer modernen, klimafreundlichen Stadt.

  • Klimaneutralität bis 2035 verbindlich festschreiben und das Integrierte Klimaschutzkonzept 2035 konsequent umsetzen – mit jährlichem Klimabericht und Nachhaltigkeitsprüfung aller Beschlüsse.
  • Energiespar-Contracting1 für kommunale Gebäude einführen und Sanierungen beschleunigen, um Energieverbrauch und Kosten zu senken.
  • Begrünungsprogramme verbindlich umsetzen: Dach- und Fassadenbegrünung, Vorgartenbäume und ökologische Flächen zur Kühlung und CO₂-Bindung.
  • Flächen entsiegeln und Begrünung fördern, um die „Schwammstadt2“ zu stärken und Überhitzung vorzubeugen.
  • Nächtliche Beleuchtung reduzieren, wo es die Sicherheit erlaubt, um Energie zu sparen und Tiere zu schützen.

Energie erneuerbar gestalten

Energieversorgung muss sauber, sicher und regional sein. Wir setzen auf Sonne, Speicher und smarte Lösungen, um Versorgungssicherheit zu garantieren und Abhängigkeiten zu reduzieren. Erneuerbare Energien sind dabei nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch ein Motor für Innovationen, Wertschöpfung und Standortentwicklung. Ingolstadt soll zeigen, dass ökologische Energiepolitik und ökonomische Stärke keine Gegensätze sind – sondern die Grundlage einer zukunftsfähigen Stadt.

  • Smart Meter flächendeckend einsetzen, damit Bürgerinnen und Bürger von dynamischen Strompreisen profitieren und gezielt Kosten senken können.
  • Photovoltaik auf städtischen Dächern und Parkplätzen ausbauen, damit die Stadt selbst saubere Energie erzeugt und die lokale Wertschöpfung stärkt.
  • Ladeinfrastruktur mit Photovoltaik(PV)-Anbindung und Wallboxen erweitern, um klimafreundliche Mobilität im Alltag zu erleichtern.
  • Quartierspeicher aufbauen, damit lokal erzeugte Energie effizient genutzt und die Stromnetze entlastet werden.
  • Stadtwerke als einen der zentralen Akteure der Energiewende stärken und verbindliche Ziele setzen.
  • Bürgerenergie und bürgerschaftliches Engagement bei der Energiewende unterstützen, indem schnelle Verfahren (mit möglichst einer gleichbleibenden Kontaktperson) in der Verwaltung ermöglicht werden („one-stop“).
  • Gezielte Kooperation mit Bürgerenergie-Projekten für die städtische Energiewende mit PV oder Biogas.
  • Abwärme aus Industrie und Abwasser nutzen, um Wohn- und Gewerbequartiere nachhaltig mit Wärme zu versorgen.
  • Energieeffizientes Bauen und Sanieren unterstützen, um Ressourcen zu schonen und Kosten langfristig zu senken. Mit Partnern im lokalen Handwerk.

Stadtgrün und Artenvielfalt

Ein grünes Ingolstadt ist ein lebenswertes Ingolstadt. Mehr Natur in der Stadt sorgt für saubere Luft, kühlere Sommer und Erholung im Alltag. Naturnahe Gestaltung und Artenvielfalt stärken das Wohlbefinden der Menschen wie auch die Umwelt. Durch die ökologische Vernetzung von Grünflächen, Wasser und Lebensräumen entsteht eine klimaresiliente Stadt, die Mensch und Natur gleichermaßen schützt und verbindet.

  • Biodiversitätsstrategie aktualisieren und fortschreiben sowie Biotopverbundsysteme in und um die Stadt ausbauen.
  • Neue Schutzgebiete schaffen und ausweisen, um bestehende Biotope besser zu vernetzen – mit Monitoring und innerstädtischen Ausgleichsflächen.
  • Blühwiesen, Streuobstwiesen und Wildblumenflächen ausweiten, um Lebensräume für die Artenvielfalt zu fördern.
  • Alte Stadtbäume erhalten und die Baumschutzverordnung überarbeiten, um den Baumbestand langfristig zu sichern und mittelfristig zu erweitern.
  • Die natürlichen Lebensräume entlang der Donau (Donauauen und Auwälder) langfristig schützen und renaturieren, um ihre ökologische Funktion zu stärken und gleichzeitig eine naturverträgliche Freizeitnutzung zu ermöglichen.
  • Kleinere Gewässer renaturieren, Uferzonen extensiv bewirtschaften und Gewässerrandstreifen dauerhaft schützen.
  • Biotopverbund stärken und den Landschaftspflegeverband, die Umweltstation sowie die Ökomodellregion langfristig fördern und verbinden.
  • Naturschutzverbände stärker beteiligen – mit echten Mitspracherechten im Naturschutzbeirat und der Stadtentwicklung.
  • Umwelt-, Klima-, Garten- und Forstämter bündeln, um ökologische Ziele effizient zu steuern und Synergien zu nutzen.

Mobilität der Zukunft

Mobilität bedeutet Freiheit, Teilhabe und Lebensqualität – aber sie muss zukunftsfähig werden. Ingolstadt wächst als Arbeits-, Bildungs- und Lebensstandort. Täglich pendeln tausende Menschen zwischen Stadt und Umland. Eine moderne Verkehrspolitik muss daher Stadt und Region gemeinsam denken. Unser Ziel ist eine Mobilität, die allen Menschen in und um Ingolstadt ein schnelles, sicheres und klimafreundliches Vorankommen ermöglicht – unabhängig von Einkommen, Alter oder Mobilitätseinschränkungen.

Verlässlicher öffentlicher Nahverkehr

Wir schaffen einen modernen, sauberen und bezahlbaren Nahverkehr, der Stadt und Region verbindet und zum Rückgrat nachhaltiger Mobilität wird.

  • Ausbau des Stadt-Umland-Verkehrs mit besseren Linien u.a. nach Gaimersheim, Kösching, Manching und in die Industriegebiete sowie einer deutlichen Stärkung der Ost-West-Achsen.
  • Dichtere Taktung und verlässliche Fahrpläne für eine schnelle und planbare Mobilität.
  • Ergänzung durch Bedarfs-, Shuttle- und E-Bus-Angebote, die flexibel auf Abruf fahren und auch Randzeiten abdecken.
  • Einführung eines modernen VGI-Liniennetzes mit mehreren Knotenpunkten und Ringlinien – z. B. entlang der Hauptachse Hauptbahnhof–Rathausplatz–ZOB.
  • Erhöhung des E-Bus-Anteils in der städtischen Flotte, um einen leiseren, emissionsarmen und bequemeren ÖPNV zu ermöglichen.
  • Aufbau von Mobilitäts-Hubs, an denen Bus, Bahn, Fahrrad und Sharing-Angebote zusammenlaufen.
  • Entwicklung einer integrierten Mobilitäts-App, die alle Verkehrsmittel digital vernetzt.
  • Barrierefreie Haltestellen und faire Tarife für eine inklusive Mobilität.
  • Aufbau und Förderung eines Carsharingsystems in Kooperation mit den Stadtwerken Ingolstadt oder privaten Anbietern, vernetzt mit Rad-, Bus- und Bahnangeboten zu einem ganzheitlichen, multimodalen Mobilitätsnetz.
  • Kooperation mit der THI und regionalen Initiativen wie dem Arbeitskreis Mobilität zur Entwicklung innovativer Mobilitätslösungen – von E-Shuttles und autonomem Fahren bis hin zu KI-gestützter Verkehrssteuerung und intelligenter Ladeinfrastruktur.

Sicherer Rad- und Fußverkehr

Rad- und Fußverkehr sind zentrale Säulen einer lebenswerten Stadt. Wir machen das Unterwegssein sicherer, komfortabler und klimafreundlicher.

  • Sichere und durchgängige Wege mit Fahrradstraßen, Radschnellrouten und Brücken als stetige Weiterentwicklung der Radinfrastruktur in Ingolstadt.
  • Sichere und eindeutige Führung von Radfahrenden auf die Fahrbahn an Stellen, an denen Radwege enden oder Gehwege beginnen.
  • Öffnung aller Einbahnstraßen in beide Richtung für Radfahrende.
  • Moderne, überdachte und beleuchtete Abstellanlagen an hochfreqentierten Fahrrad-Abstell-Orten, beispielsweise rund um die Innenstadt und an den Bahnhöfen.
  • Leihmöglichkeiten für (Lasten-) Fahrräder fördern.
  • Bessere Anbindung der Gewerbegebiete und der Innenstadt an regionale Radwege, damit auch Pendlerinnen und Pendler klimafreundlich unterwegs sein können.
  • Beibehaltung des Fahrradbeirats und der Vernetzung zwischen Stadtverwaltung und den Interessensvertretungen wie beispielsweise dem ADFC.
  • Prüfung der Einrichtung von Schulstraßen, um die komplexe Verkehrssituation zur Rush Hour für Kinder sicherer zu gestalten.
  • Sicherheit bei Dunkelheit: Gute Beleuchtung von Kreuzungen und Überwegen.
  • Getrennte Geh- und Radwege, besonders für Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung. Einhaltung der empfohlenen Mindestbreiten für Sicherheit und Barrierefreiheit.
  • Konsequentes Ahnden von Geh- und Radwegparken.
  • Sensibiliserung für ein respektvolles Miteinander im Stadtverkehr durch Kampagnen und Bildungangebote.
  • Ziel für Ingolstadt – ”Vision Zero: Straßen und Verkehrsmittel werden so gestaltet, dass es keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr gibt.

Altstadt: mehr Raum für Menschen

Unsere Innenstadt soll ein Ort zum Leben, Begegnen und Verweilen sein – nicht zum Parken und Durchfahren. Wir gestalten den Verkehr so, dass Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Umwelt gleichermaßen gewinnen. Weniger Verkehr in der Innenstadt bedeutet weniger Lärm, saubere Luft und mehr Raum für Menschen. Eine nachhaltige Verkehrsgestaltung stärkt das Stadtleben, schafft sichere Wege, fördert den lokalen Einzelhandel und macht Ingolstadt zu einer lebendigen, attraktiven Stadt der kurzen Wege.

  • Verkehrsberuhigte Innenstadt mit Quartiersparkhäusern, Carsharing-Angeboten und Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.
  • Digitale Parkraumbewirtschaftung und smarte Verkehrssteuerung, um Suchverkehr zu vermeiden.
  • Vorrang für emissionsfreie Fahrzeuge in städtischen Fuhrparks und Lieferverkehren.
  • Temporäre autofreie Bereiche bei Veranstaltungen und an Wochenenden – um zu zeigen, wie Stadt ohne Verkehrsdruck funktioniert.

Ressourcen bewusst nutzen

Ressourcenschonung ist Zukunftssicherung. Wir wollen Stoffkreisläufe schließen, Verschwendung vermeiden und Materialien länger nutzbar machen. Nachhaltigkeit in der Stadt bedeutet, Energie, Wasser und Fläche verantwortungsvoll einzusetzen – für eine lebenswerte, widerstandsfähige und zukunftsfähige Stadt. Ressourcen zu schonen, heißt Verantwortung über Generationen hinweg zu übernehmen – und zu zeigen, dass Ökologie und Lebensqualität zusammengehören.

  • Verzicht auf PFAS3 und andere Schadstoffe bei städtischen Ausschreibungen und Beschaffungen.
  • Regenwassernutzung und Schwammstadtkonzept ausbauen, um Wasser zu speichern und den Überflutungsschutz zu stärken.
  • Müllreduktionsstrategie weiterentwickeln und in allen städtischen Einrichtungen umsetzen.
  • Lebensmittelverschwendung in städtischen Einrichtungen durch bessere Planung und Sensibilisierung senken.
  • Kreislaufwirtschaft im Bauwesen fördern: Materialien wiederverwenden statt verschwenden, Rückbau und Umbau statt Abriss.
  • Trinkwasser in städtischer Hand sichern und durch ökologische Landwirtschaft in Wasserschutzgebieten schützen.
  1. Vertragsmodell, bei dem ein externer Dienstleister Energieeffizienzmaßnahmen plant, finanziert und umsetzt und seine Vergütung aus den tatsächlich erzielten Einsparungen erhält. ↩︎
  2. Stadtentwicklungsprinzip, das Regenwasser durch begrünte Flächen, durchlässige Böden und Speicherstrukturen vor Ort aufnimmt, zwischenspeichert und langsam abgibt, um Hitze, Trockenheit und Überflutungen wirksam zu begegnen. ↩︎
  3. Sammelbegriff für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – langlebige Industriechemikalien, die sich in Umwelt und Organismen anreichern. ↩︎

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