Etting, 3. Dezember 2025 – Mit reger Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, die sich für mehr Verkehrssicherheit im Stadtgebiet interessieren und einsetzen, fand am Mittwochabend in der Sportgaststätte Etting eine Informationsveranstaltung zu Tempo-30 statt. Eingeladen hatten der Grüne Kreisverband Ingolstadt, gemeinsam mit Dr. Markus Büchler, verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der als Experte über die jüngste Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) referierte.
Im Fokus der Veranstaltung standen die erleichterten Möglichkeiten für Kommunen, Tempo 30 auf bestimmten Streckenabschnitten nach einer einfachen Gefahrenlage anzuordnen – dazu zählen nach der Novelle der StVO Spielplätze, Fußgängerüberwege, hochfrequentierte Schulwege und Strecken vor Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Eine weitere Neuerung ist der mögliche Lückenschluss zwischen zwei Tempo-30-Strecken, der von 300 auf 500 Meter heraufgesetzt wurde. Büchler betonte, dass die neuen Regelungen gezielt dazu beitragen sollen, Unfälle zu reduzieren und den Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmender, insbesondere von Kindern, zu stärken.
Die anschließende Diskussion zeigte ein hohes Maß an Engagement der Anwesenden, die konkrete Vorschläge für Tempo-30-Abschnitte in Etting und dem gesamten Stadtgebiet einbrachten. Anhand von Straßenkarten und Luftbildern wurde eine Strecke in der nördlichen Kipfenberger Straße als prädestinierte Strecke für einen Lückenschluss definiert. „Die Gesetzeslage ist hier eineutig, hier muss man auch nicht auf eine Definition aus dem Innenministerium warten“, so Büchler. Intensiv diskutiert wurde auch die Hepberger Straße in der Nähe des Rewe-Supermarktes, die von Schulkindern aus dem gesamten Baugebiet „Am Westerberg II“ überquert wird. Stadträtin Maria Segerer stellte hierzu im Vorfeld der Veranstaltung eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Das Amt für Verkehrsmanagement sieht hier die Sicherheit der Kinder durch die vorhandene Fußgängerampel ausreichend gewährleistet. Anwohner stellten dies jedoch in Frage, da sie täglich beobachten, wie Autofahrer bei umschaltender Ampel schnell noch durchrauschten. Diese Beobachtung machte auch Stefan Knöbel, der früher als Schulweghelfer an der Fußgängerampel an der Schule eingesetzt war: „Ein Wunder und ein Glück, dass hier noch nichts passiert ist“. Knöbel, der auch Jugendtrainer beim TSV Etting ist, mahnte zudem für die vielen Kinder und Jugendlichen, die mit dem Rad zum Training fahren, einen sicheren Überweg auf der Höhe des Sportheims an. Segerer informierte weiterhin über aktuelle Anträge der Stadtratsfraktion zu Tempo 30 und Schulstraßen. Deutlich wurde, dass vielen Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheit für Fußgänger ein zentrales Anliegen ist – besonders an Straßen, die von Kindern häufig genutzt werden.
Maria Segerer und Nathalie Argus, beide Kandidatinnen für den nächsten Stadtrat, nahmen die zahlreichen Hinweise und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger auf und werden diese in ihre weitere politische Arbeit einfließen lassen und sich für eine schnelle Umsetzung weiterer Tempo-30 Strecken einsetzen.
Joachim Siebler, Bezirksrat von Bündnis 90/Die Grünen, zog ein positives Fazit: „Die große Teilnahme und die sachkundigen Wortmeldungen zeigen, wie wichtig den Menschen in Etting und in ganz Ingolstadt eine lebenswerte und sichere Verkehrsgestaltung ist. Die neuen StVO-Regelungen geben uns jetzt die Chance, gemeinsam mit der Verwaltung zügig Lösungen umzusetzen – zum Wohle aller.“

